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Dsarenreich

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Bräuche und Rituale

Nichts prägt einen Menschen so sehr wie Rituale. Sie geben ihm Halt im Leben, während der Beobachter fasziniert zuschaut.

 

Bestattungsriten

Eine der ungewöhnlichsten Bräuche in Vodgorod

Durch das harte Leben in Vodgorod ist der Tod allgegenwärtig und wird als selbstverständlicher Teil des Lebenskreises gesehen. Da die Existenz der Menschen in Nangorod nach ihrem Tod gesichert ist fürchten die Menschen den Tod nicht, betrauern wohl aber den Verlust von Freunden oder Familien. Was aber gefürchtet wird ist, dass man durch seinen Tod den Feinden Vodgorods nicht mehr entgegen treten kann. So sind Vodgoden tapfer, aber niemals sinnlos verbissen.

Todesfeiern (Dedrijpart) in Vodgorod sind alleine schon deswegen ungewöhnlich, da sie so gut wie nie für Menschen gehalten werden, die tatsächlich tot sind. Stattdessen werden Todesfeiern für Menschen gehalten, die bald tot sein könnten, da sie sich einem grossen Risiko aussetzen. Diese Sitte geht durch alle Stände, denn alle haben ihren Tod vor Augen, die Frau, die ein Kind gebiert oder der Händler der auf eine Reise geht. So wird eine Todesfeier für den Jungen gehalten, wenn er in einen Kriegerbund eintritt oder bei einem Mädchen kurz nach ihrer Heirat. Vodgorod gibt einem selten die Gelegenheit, sich tatsächlich von dem Toten zu verabschieden und so feiert man diesen Abschied vorher.

Ein Grabhügel wird von der Person aufgebaut, dessen Todesfeier es ist und eine Menschen ähnlichen Reisigfigur aufgebahrt, die dann von dem “Toten” entzündet wird. Freunde und Verwandte betrauen nun laut ihren Verlust, während der “Tote” einen persönlichen Gegenstand den Flammen opfert. Nach der Trauer setzen sich alle Gäste zusammen und erzählen Geschichten über den “Toten”. Der “Tote” selbst bleibt außerhalb dieses Kreises und steht jeweils hinter der Person, die eine Geschichte erzählt. Diese Geschichten dienen dazu dem “Toten” zu sagen, was in seinem “neuen Leben” von ihm erwartet wird. Es sind meist Geschichten von Heldentaten oder liebevollen Müttern.

Selten stirbt jemand bevor er seine Trauerfeier bekommen hat. In diesem Fall bewegen Verwandte und Freunde den Leichnam um die Trauernden, damit er seine Geschichten hören kann. Diese Sitte wird von Außenstehenden of als besonders schaurig empfunden. Da Untote und Wiedergänger in Vodgorod keine Seltenheit sind, erfüllt das Feuer auch einen praktischen Zweck. Sollte sich die Leiche plötzlich bewegen, kann sie in die Flammen geworfen werde.

Wenn es keinen Leichnam gibt, wird die Person auch nicht als tot erklärt. Dieser Fall tritt so gut wie nie auf, da jeder spätestens mit der Eisweihe eine Todesfeier bekommt. Im Laufe seines Lebens kann ein Vodgode mehr als eine Todesfeier bekommen, wobei es selten mehr als zwei sind.

Diese Sitten haben im Ausland dazu geführt, dass Berichte über Untote in allen Städten in Vodgorod die Runde machen.

Verstirbt ein Vodgode tatsächlich wird seine Leiche verbrannt, wobei kaum jemand davon Notiz nimmt. Freunde und Familie treffen sich in informelle Runde, offiziell wird nur “Unrat” entsorgt.
Auf Fremde sagen daher Vodgoden oft nach sie seien gefühlslos, was aber nicht der Fall ist. Sie haben nur ihren Abschied schon genommen.

 

Nach dem Tode

Besonders bei den Cosseken gibt es den Glauben, dass für jede Geschichte die über einen Verstorbenen erzählt wird, dieser in Nangorod ein Gläschen Vodgor bekommt, welches er nach dem Trinken hinter sich an die Wand wirft. Jeweils einmal am Abend werden die Scherben ausgekehrt, welche dann als Sternschnuppen am Himmel erscheinen.

 

Zeichen der Drey

Religiöse Segnung: Dazu werden die drei Finger der rechten Hand (Daumen,Zeige- und Mittelfinger) zusammengelegt und nacheinander die linke Schulter, die Mitte der Brust und die rechte Schulter berührt.

Bei der Berührung der linken Schulter betet man:

Urs, Bewacher des Herzens, führe mich auf den rechten Weg

Bei der Berührung der Mitte der Brust betet man:

Taticule, Erschaffer der Welt, laß mich aus eigener Kraft erschaffen

Bei der Berührung der rechten Schulter betet man:

Mamicuta, Hüterin der Weisheit, lehre mich den Sinn der Dinge

Das Zeichen gilt als Schutzzeichen gegen das Böse allgemein und wird oft und gerne verwendet.

 

Partnerschaft / Ehe

Die “Ehe” ist in Vodgorod ein Vertrag auf Zeit und wird jährlich mit einem kleinen Fest wieder neu bestätigt. Es handelt sich dabei in erster Linie um eine wirtschaftliche Gemeinschaft, bei der aber auch Zuneigung und Liebe eine Rolle spielt. Für Ausländer ist die “Freizügigkeit” der Vodgoden allerdings oft ein Problem. Da Kinder und damit Nachwuchs in dem kalten Land als eines der höchsten Güter gilt, ist die Zeugung von Kindern fest in der Kultur Vodgorods verwurzelt. Da die Frau das Wunder der Geburt vollbringt wird sie sehr geehrt und mit großem Respekt behandelt. So ist dem Vodgoden Eifersucht zum Zwecke der Kinderzeugung vollkommen fremd, umwirbt aber jemand seinen Partner mit “Liebe” als Motiv, ist eine Blutfehde nicht selten.

 

Begrüßung der Syhnal

Sêlesz é Héartôv geóvnâje
(Wird bei der Begrüßungsgeste-Faust zur Stirn, die Bogenfinger zum Herz,dabei eine neigung des Oberkörpers- gesagt um damit anzudeuten das man ohne Vorurteil und friedlich dem anderen gegenüber tritt)

 

Lavýna

Die Lavyna ist eine besondere Trinksitte, die man nicht beschreiben kann, sondern erleben muss!